Unsere Kunden stellen uns oft die Frage: "Was mache ich mit meinen Pflanzen während ich im Urlaub bin?

Wir haben diese Frage dem berühmtesten Gärtner Norddeutschlands - John Langley - gestellt. Seit mehr als 30 Jahren im NDR- Fernsehen, berichtet John über Gärten und Pflanzen.

 

 

Möchten Sie mehr Tipps von John Langley, dann besuchen sie Ihn auf seiner Facebookseite oder schauen Sie bei NDR.de  "Mein Nachmittag" vorbei.

Hier beantwortet John Langley exklusiv für die "...bei der Blume Gubenko" Kunden, die Frage: "Was mache ich mit meinen Pflanzen, während ich im Urlaub bin?"


John Langley:

"In der Urlaubszeit meinen es Nachbarn, Verwandte oder Freunde, die den "Gießdienst" übernehmen mit den Pflanzen gut und gießen und gießen und gießen. "Es sind schon mehr Pflanzen ertrunken als verdurstet, lieber einmal weniger als zuviel gießen. "Zuviel Wasser hat zur Folge, dass die Wurzeln sich nicht mehr mit Sauerstoff versorgen können. Diese faulen dann. Obwohl der Topfballen feucht ist, vertrocknet die Pflanze.

 
"Tipp - Grüne Daumen" - Ganz allgemein haben groß-, reich,- und weichlaubige Gewächse mehr "Durst", als solche mit dickfleischigen, harten und ledrigen Blättern. Weniger gegossen werden muss bei trockenem und warmem, hellem und sonnigem Standort sowie während der Wachstumszeit. Weniger Wasser ist angesagt, bei feuchter Luft, Lichtmangel und niedriger Temperatur.

"Tipp - Sonne meiden " - Während der Urlaubszeit werden Fenster oft mit Rolläden verschlossen, bei aller Vorsicht wird vergessen, dass die eingeschlossenen Pflanzen unbedingt Licht zum Leben benötigen. "Wer erholt aus dem Urlaub kommt, muss sich nicht wundern, wenn die Zimmerpflanzen inzwischen hundertprozentig fertig sind." Besonders Sonnenfenster werden normalerweise gezielt durch Markisen oder Rollos schattiert. Nur deshalb sind auch einige Zimmerpflanzen in der Lage, an diesem Standort zu überleben. Ist der Urlaub außer Haus angesagt, müssen diese Pflanzen dringend umgestellt werden. Wenige frühlingshafte Sonnenstunden reichen, und die Pflanze ist bereits verbrannt.
"Tipp - Folien", Steine oder Kartoffeln" - sind für besseren Verdunstungsschutz einsetzbar. Auf den Topfballen gelegte Kieselsteine sorgen dafür, dass aus dem Ballen der Pflanze weniger Wasser in den Raum hinein verdunsten kann. Zuvor ins Wasser gelegte und dann halbiert auf die Erde gelegte Kartoffeln haben zur Folge, dass die Pflanze mit Feuchtigkeit versorgt wird. Eine durchsichtige Folientüte über die Pflanzen stülpen, auf Abstand achten, nicht an die Blätter oder Blüten kommen, verbessert kurzfristig das Klima. "Vorsicht bei direkter Sonneneinstrahlung braten die Pflanzen. Und bei längerer Abwesenheit keimen die Kartoffeln. Fazit: Nur für Kurzurlauber geeignet.
"Tipp - Pension" - in deiner Gärtnerei fragen, ob unter gärtnerischen Bedingungen ein kostengünstiger Platz für Ihr Zimmergrün angeboten wird. (Hat sich bewährt - Pflanzen haben auch einen materiellen Wert! Oder nicht?)
"Tipp - Flaschenhals" - Eine mit Wasser gefüllte Flasche (Kunststoff) mit dem Flaschenverschluss verschrauben. In den Verschluss mehrere kleine Löcher mit einem Nagel bohren. Die so vorbereitete Flasche wird mit dem Flaschenhals direkt in den Wurzelballen gesteckt (für größere Töpfe geeignet). Bei Trockenheit, fließt so Wasser problemlos nach.
"Tipp - Planschbecken oder Badewanne" - Ein kleines aufgeblasenes, etwa fünf Zentimeter hoch mit Wasser gefülltes Kinderplanschbecken ist ein weiterer guter Tipp, um Zimmerpflanzen in der Urlaubszeit mit Wasser zu versorgen. Auf umgedrehten Tontöpfen stehend werden die Topfpflanzen mit einem im Wasser hängenden Wollfaden/Baumwolldocht verbunden. Das GANZE funktioniert auch in der Wanne. (Wenn der Stöpsel dicht verschliesst).
"Tipp - Baumwolldocht" - Ein nasser, saugfähiger Baumwolldocht wird in die Unterseite des Pflanzenballens gesteckt, das andere Ende in ein höher als die Pflanze stehendes mit Wasser gefülltes Gefäß gelegt. Sieht ein wenig verstrickt aus, klappt aber. Im Fachhandel gibt es auch entsprechende Tonkegel oder Plastik - Behältnisse zum Wasser nach füllen.
"Tipp - Hydro - Kultur" - Viele Kurzurlauber schätzen die Vorteile der Hydrokultur. Normalerweise ist eine längerfristige Versorgung bei der Hydrokultur kein Problem, sofern die Funktion des Wasserstandsanzeigers korrekt beachtet wird. Langsam das Gefäß aufgießen, bis der rote Schwimmer bis zur Mitte, höchstens jedoch bis zur MAXIMAL-Markierung angestiegen ist. Erst wenn der Schwimmer wieder auf der MINIMUM-Markierung steht - und das ruhig für zwei bis drei Tage - die Nährlösung wie gehabt wieder aufgießen.
"Tipp - Automatische Gießkanne" - Bei längerer Abwesenheit hat sie sich bereits bewährt. Mit dieser "nicht preiswerten" Gardena Technik wird die Urlaubsbewässerung einmal am Tag zuverlässig und regelmäßig ausgeführt ganz ohne Stress. Ein "Mini" - Transformator mit Zeitschaltuhr, eine Pumpe, drei Schlauchverteiler und entsprechende Schläuche sorgen dafür, dass bis zu 36 Topfpflanzen "tropfenweise" mit unterschiedlichen Wassermengen bedacht werden können. So überstehen Pflanzen auch den vermutlich wohlverdienten Jahresurlaub. Fazit: Technisch sehr Aufwendig aber auch zuverlässig.
"Tipp - Tongranulate oder Semikultur" - ein Pflanzgranulat heißt Seramis. Die blühende und grüne Vielfalt aller bereits in Erde kultivierten Pflanzen lässt sich so auf Langzeitbewässerung umstellen. Ein großer Vorteil ist die sehr gute Wasserspeicherkapazität und die Fähigkeit Wasser wieder an die Pflanze abzugeben. In Westerwälder-Tongranulat verpflanzte Zimmerpflanzen können so im größeren Gießintervallen bedacht werden. Fazit: Das wäre ein Versuch wert.
"Tipp - blühendes Wochenende" - Bei einem verlängertem Wochenendtrip hilft es bereits wenn Pflanzen gut gegossen werden und möglichst nicht sonnenexponiert stehen. Auch bei längerer Abwesenheit ist es ratsam, dass Pflanzen nicht zu nah am Fenster stehen und die verschiedenen Bewässerungstipps "demonstrativ" aufzeigen, denn diese könnten optisch darauf hinweisen, dass sie evtl. längere Zeit nicht im Hause sind.
Ja Weisnicht, Leben, Wohnen und Arbeiten mit Pflanzen bedeutet für uns Menschen eine neue Chance, in Symbiose mit der sich immer mehr entfernenden Natur zu leben. "Grünes Leben" kann aber nur dann zur langlebigen Lebensfreude beitragen, wenn die Bereitschaft besteht, sich mit den individuellen Bedürfnissen der Pflanzen auch während unserer Abwesenheit noch intensiver und verantwortlicher auseinander zu setzen. Das sind wir Menschen - auch im Urlaub - den Pflanzen schuldig.
Und sicherlich wird es noch viel, viel mehr an Tipps und Tricks, einfach nur danach suchen."

Gruß Gartenbotschafter
John


www.gartenbotschafter.de
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